Die Akte2019-06-06T10:09:29+00:00

Die Akte des Herrn A.

Eigentlich wollte Herr A. nur seine Knie operieren lassen. Dazu suchte er nach dem besten Krankenhaus und den besten Spezialisten in Italien.

Seine ausführlichen Recherchen führten ihn nach Bologna, in die bekannte Casa di Cura Villa Erbosa, wo der Spezialist Professor Stefano Zanasi operierte. Er sollte zusammen mit dem Anästhesisten Dr. Stefano Maltoni dem Patienten zu einem besseren, schmerzfreien Leben verhelfen.

Doch es kam anders, ganz anders für Herrn A., der seit dem mit schmnerzenden Knien und schweren Erinnerungsstörungen leben muss.

„Chronologie der Ereignisse“

27.02.2019
Herr A. bestätigte dem Professor Stefano Zanasi die Operation seiner beiden Knie. Das rechte Knie, das bereits im Oktober 2017 operiert wurde, sollte nachgebessert werden. Auch sollte die Hüfte nach neuer Methode am 11. März 2019 im privaten Krankenhaus Casa di Cura Villa Erbosa in Bologna operiert werden. Die Klinik war eine Empfehlung des Spezialisten Professor Stefano Zanasi.

Von Anfang erklärte Patient A seinen Professor Stefano Zanasi und seinem Anästhesisten Dr. Stefan Maltoni, dass er auf Anraten seiner Ärzte für die kommenden zwei keine Vollnarkose haben wolle und dürfe. Die Ärzte von A. befürchteten, dass es aufgrund der Vollnarkosen bei vorherigen Operationen ansonsten zu starkem Gedächtnisschwund kommen könne. Daraufhin einigte man sich auf Spinalanästhesie. Diese wurde von Prof. Zanasi problemlos bestätigt.


04.03.2019
Professor Zanasi versicherte Herrn A., dass in der Villa Erbosa ein guter Anästhesist die Spinalanästhesie vornehmen wird. Damit meinte er Dr. Stefano Maltoni.

10.03.201
Herr A. kommt in der Casa di Cura Villa Erbosa in Bologna an.

11.03.2019
Tag der geplanten Operation. Obwohl der Chef-Anästhesist der Villa Erbosa, Dr. Stefano Maltoni, bereits von Professor Stefano Zanasi die Anweisung erhalten hatte, dass es sich um eine Spinalanästhesie handeln wird – wie auch in Herrn A.s Akte vermerkt – bat er Herrn A. trotzdem, ein Formular zur Einwilligung einer Vollnarkose zu unterschreiben, sollte die Operation länger als acht Stunden dauern (da laut Angaben eine Spinalanästhesie nur acht Stunden wirksam sei).
Herr A. lehnte eine Vollnarkose aus genannten Gründen ausdrücklich ab. Professor Zanasi hat Herrn A. daraufhin beruhigt und ihn gebeten, dieses Formular zu unterschreiben, da eine Vollnarkose sowieso nicht erforderlich sei, weil es sich um einen kurzen Eingriff handelt (3-4 Stunden maximal). Effektiv waren es nur 2 Stunden (von 12:00 bis 14:00 Uhr). Die Operation wurde auf den nächsten Tag verschoben.

12.03.2019
Tag der Operation: Herr A. hat sich letztendlich dazu entschieden, sich nur an den beiden Knien operieren zu lassen und nicht auch noch, wie ursprünglich geplant, auch noch an der Hüfte. Auch seine Ärzte in Deutschland hatten ihm abgeraten, alle drei Eingriffe gleichzeitig vornehmen zu lassen. Die körperlichen Belastungen wären zu hoch für Herrn A.
Nach der Operation (Dauer zwei Stunden), wurde Herr A. – obwohl er wach war und auf sein Zimmer wollte – auf die Intensivstation gebracht, wo er alleine mit einem „libero professionista“ war, also einem freien Mitarbeiter der Klinik. Dr. Stefano Maltoni kam herein, obwohl der eigentlich gar nicht mehr im Dienst sein sollte. Maltoni und der „Libero professionista“ weigerten sich, Herrn A. sein Mobiltelefon zu geben, obwohl dies nur fünf Meter weiter weg im Zimmer lag. Herr A. wollte Professor Stefano Zanasi anzurufen. Herrn A. beschlich ein ungutes Gefühl.

13.03.2019
Am nächsten Morgen erwachte Herr A. aus einem tiefen Schlaf. Er hatte Halluzinationen und Gedächtnisverluste, die nur auf eine Vollnarkose schließen lassen können. Die Gedächtnisverluste bestehen immer noch. Das eingesetzte Personal bestätigte Herrn A. als er aufwachte, dass er für fünf Stunden eine Vollnarkose bekommen hat. Herrn A. kam es wesentlich länger vor. Als Dr. Stefano Maltoni Herrn A. aufsuchte, teilte er ihm mit, dass er in einen Tiefschlaf versetzt wurde. Daraufhin bat Herr A. den Dr. Stefano Maltoni, dass er umgehend sein Zimmer verlassen solle und verweigerte ihm weiteren Zugang.

18.03.2019
Entlassung aus der Villa Erbosa und Beginn der Physiotherapie in Monaco bis zum Zeitpunkt von Herrn A.s Reise in die USA am 15. April 2019

Zwischen 23.03.2019 und 14.04.2019:
Professor Stefano Zanasi wurde weiterhin über den Zustand von Herrn A. informiert und kam regelmäßig nach Monaco, um ihn dort vor Ort zu behandeln. Professor Zanasi bestätigte Herrn A, dass ihm tatsächlich eine Vollnarkose verabreicht wurde und es Auseinandersetzungen mit Dr. Stefano Maltoni gab.

28.03.2019:
Professor Zanasi leitete folgende Nachricht an Herrn A. weiter (siehe Anlage), deren deutsche Übersetzung wie folgt lautet:
„Guten Tag, ich habe mit Dr. Maltoni gesprochen, der mir mitteilte, dass nachstehendes verabreicht wurde: PROPAFOL 70 mg bei Beginn und 2 mg pro Kg/Stunde für 5 Stunden, freie Atmung mit 2 Liter Sauerstoff pro Minute“. Dies hat Herrn A, an seine Ärzte weitergegeben. Seine Kardiologin wurde hellhörig und wollte weitere Informationen aus TAs Klinikakte.

29.03.2019:
Herr A. erhielt auf Nachfrage eine unvollständige Klinikakte von der Villa Erbosa (es fehlte u.a. der komplette Aufwachraumbericht).

02.04.2019:
Schreiben per E-Mail und Express Kurier (FedEx) an die Klinikleitung der Villa Erbosa (an Amministratore delegato Ing. Giuseppe Vallastro und Direttore Sanitario Dr. Gianfranco Finzi). Herr A. beschrieb die Vorkommnisse. Dieses Schreiben blieb bis heute unbeantwortet.

15.04.2019:
Flug in die USA, nachdem ihm von Professor Stefano Zanasi versichert wurde, dass er flugtauglich sei. (Andere Ärzte, darunter amerikanische Ärzte, hatten ihm später bestätigt ihm, dass er frühestens zwei Wochen nach der Operation fliegen darf.

18.04.2019
Herr A. bat Professor Stefano Zanasi per E-Mail ihm den Aufwachraumbericht – insbesondere Sauerstoffsättigung, Blutdruckmessung und Pulsfrequenz – dringend zuzustellen (weitere Anmahnungen erfolgten am 30. April 2019 und 6. Mai 2019 per E-Mail sowie mehrmals telefonisch)

06.05.19
Treffen zwischen Professor Stefano Zanasi und Dr. Finzi (Direttore Sanitario der Villa Erbosa). Die seit 18. April 2019 geforderten Unterlagen wurden laut Professor Zanasi angeblich am 6. Mai 2019 per Expresskurier Herrn A. zugestellt. Professor Zanasi kündigte eine Telefonkonferenz zwischen Dr. Finzi und Herrn A. am 13. Mai 2019 um 15:00 Uhr zentraleuropäischer Zeit an.

10.05.2019:
Herr A. hat die angekündigten Unterlagen immer noch nicht erhalten.

13.05.2019:
11:30 Uhr:  Herr A. hat folgende Information von einer angeblichen Sekretärin von Professor Stefano Zanasi in Villa Erbosa erhalten: die Unterlagen wurden noch nicht abgesendet, da sie von Dr. Finzi „blockiert“ sind. Den Grund für diese Blockage sei ihr unbekannt.
Professor Stefano Zanasi, im Gegensatz, betonte, dass Dr. Finzi diese bereits seit langer Zeit freigegeben hatte.

12:30 Uhr:
Professor Stefano Zanasi meinte, die Unterlagen wären bereits bei Herrn A. eingegangen. Er hat den TNT Lieferschein weitergeleitet. Es handelte sich aber um den Lieferschien vom 29. März 2019, Datum der Zustellung der Klinikakte, die sich jedoch als unvollständig erwies (insbesondere fehlte der komplette Aufwachraumbericht).

15:00 Uhr:
Telefonkonferenz zwischen Herrn A und Dr. Finzi. Letzterer gab an, dass er von der ganzen Sache nichts wusste und bat Herrn A. ihm die Anfrage per E-Mail zu senden, was Herr A. daraufhin umgehend tat, in englischer Sprache (siehe Anlage). Dr. Finzi bestätigte Herrn A. daraufhin den Erhalt dieser E-Mail telefonisch, bat aber, ihm diese auf Italienisch zu übersetzen, da er kein Englisch verstehe. Herr A. hat entschieden, diesem Antrag nicht nachzukommen, da Dr. Finzi genügend Personal hat, welches Englisch spricht und Herr A. von Anfang an immer auf Englisch korrespondiert hat.

17:45 Uhr:
Professor Stefano Zanasi teilte Herrn A. mit, dass Dr. Finzi gelogen habe, dass sich die Unterlagen bei Dr. Finzi befinden und seit ca. 10 Tagen mit Dr. Stefano Maltoni besprochen werden.

14.05.2019:
Eingang der Unterlagen von Dr. Finzi per E-Mail (siehe Anlage).Laut Herrn A, waren diese manipuliert worden. Daraufhin schickte Herr A. das Schreiben in Anlage per E-Mail an Dr. Finzi.

Seit 14.5.2019:
Das operierte Knie, das eigentlich nur korrigiert werden sollte, schwillt stark an. Herr A. hat extrem starke Schmerzen. Es besteht der Verdacht einer Knochenvereiterung. Herr A. muss starke Antibiotika einnehmen. Die Gedächtnisstörungen setzen ihm stark zu. Herr A. hat große Schwierigkeiten, seinen Geschäften nachzugehen. Professor Stefano Zanasi meldet sich nicht mehr.

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